Uri Bülbül | Das Ästhetikum

 
 
 
 
 


Nachrichten aus dem Büro

 28. Juni 2022,

Baustelle Kanalarbeiten

Was man auf der Autobahn nicht alles lernt! Und was man dort nicht lernt, lernt man nimmer mehr: Es gibt nun einmal Baustellen! Und ins Existenzielle gedreht: das Leben ist eine Baustelle. Das ist eine Never Ending Story, immer ist irgendwo eine Baustelle. Auf meiner Homepage verdient das aber durchaus den Namen Kunst als Prozess oder offener Text. Im Unterschied zur Autobahn ist hier eine größere Mitwirkung möglich als nur im Reißverschlussverfahren sich einzufädeln, um möglichst wenig Stau zu verursachen. Rückmeldungen, Fragen, Anregungen, Kritik bis hin zu Nörgelei - alles gerne per Email angenommen oder wo möglich auch über Kommentare, was zum Beispiel bei den Blogs möglich ist oder auf ask.fm, wie der Name schon sagt durch Fragen, wobei aber einschränkend zu vermelden ist, dass die Plattform eine Anmeldung verlangt. Aber wer glaubt, dass es keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten gibt, sollte sich mal wenigstens für eine kurze Weile der Langenweile auf ask.fm anmelden. Ich bin dort am fragwürdigen Ort, weil erstens der Ansatz der Plattform eine andere war und auch ohne Anmeldung mitgelesen werden konnte und zweitens ich den besorgniserregenden Geisteszustand unserer Kultur am Puls der Zeit und Jugend fühlen zu können glaube. ask.fm hat sich redaktionell und strukturell kommerzialisiert, dementsprechend sind die Inhalte schier völlig ausgehöhlt. Der Geldliberalismus «witzigt und verdummt zugleich», könnte ich nun mit Adorno/Horkheimer sagen. Die Kanalarbeiten lagern aber eigentlich auf meinem youtube-Kanal und werden sowohl weitergeführt als auch überarbeitet. Aber über ask.fm führt auch ein Kanal zu mir. Und immer ist irgendwo eine Baustelle. Das ist gewiss. Momentan gibt es einen neuen Streckenabschnitt der Vollmondlesungen und Vollmondtalks.

In meinem Kopf spuken aber auch Gedanken wie Theorien zu meinen Kanalarbeiten und zu Kanälen umher, an diesen geistigen Nebelungen möchte ich auch andere teilhaben lassen. Sie führten zu postdramatischen Spielen unter dem Motto: «Gespenster am toten Hirn».


 25. Juni 2022,

Uri Bülbül: ...und die 40 Thesen...

Sowohl durch den Vollmond-Talk als auch das Vorankommen meiner in Gedankenstrichen formulierten Gedanken zur Kulturphilosophie möchte ich nun ein Manifest in Print herausgeben. Die 40 Gedankenstriche müssen neu zusammengesetzt und vielleicht etwas ausgebaut und vertieft werden; damit der Charakter des Manifestes nicht im Vagen bleibt. Ein vages Manifest wäre ein Widerspruch in sich selbst.

Den Ausgangspunkt der Gedanken bildet die Vorstellung der drei Freunde im Tübinger Stift, drei jugendliche und feurige Zimmergenossen, die in der Welt etwas bewegen wollen. Das Tübinger Stift ist eigentlich nicht für Menschen gedacht, die die Welt verändern wollen, sondern soll als eine Kaderschmiede für regierungstreue evangelische Pfarrer dienen. Der Zweck ist die eine Sache, wichtig ist aber auch, was hinten tatsächlich herauskommt ;) Schelling, Hegel, Hölderlin! Drei unterschiedliche und sehr bewegende Persönlichkeiten europäischer Kulturgeschichte. An dessen vorläufigem und vorüberfliegendem und von anderen kaum wahrnehmbarem Ende stehe ich, ein Hölderling in selbstbezeichneter Angelegenheit und gezogener Linie rund 230 Jahre später! Es ist womöglich ein modernes Märchen der Selbstinszenierung. Eine postmoderne Ironie.

Uri Bülbül: ...und die 40 Thesen... - Für ein Paradigmenwechsel in der Kultur

 03. Juni 2022,
Die Vollmondlesung von Mai hat Folgen...
Nun gibt es regelmäßig vollmondlich einen Talk übertragen im WEB auf Facebook eine Lese-, Gesprächs- und Musikrunde mit Uri Bülbül und Gästen. Uri Bülbül selbst im Chancenraum von Gast zu Geber metamorphiert, liest, spricht, moderiert zu Themen der Kultur, Politik und Weisheit.

Ihn anheulen wie ein einsamer Wolf ist die eine Möglichkeit, wir suchen nach weiteren Möglichkeiten, um unseren einzigen Erdtrabanten zu würdigen: Wie passend, dass das Chancenraum-Team dies in sein Projekt sawubona 103 eingliedert. Sawubona bedeutet wörtlich: «Ich sehe dich, du bist mir wichtig und ich schätze dich», ist die häufigste Begrüßung im Stamm der Zulu. Kann es etwas Schöneres für Kunst, Kultur, den Mond und Uris besten Freund Diego Li geben? Natürlich ist Diego Li wieder mit von der Partie und kann gesehen, geschätzt und liebevoll begrüßt werden. Im Juni-Vollmond sprechen wir entsprechend zu Sawubona mit Funda Cinar über Globalkultur, die die Geschäfte der Gesellschaft für Kunst und Kulturelle Bildung führt. Soll denn das Motto «Romantik für alle» sein, nachdem Uri Bülbül in seiner Lesung eine Lanze für die Romantik gebrochen hat und Birgitt Schuster hinzustößt mit Novalis-Gedichten und viel, viel mehr? Beginnt die Kulturrevolution unter dem Vollmond? Hinsehen lohnt sich! Sawubona!

 09. Mai 2022,
In einer Woche ist es soweit...
Ich als selbsternannter Postmoderner Romantiker melde mich bei Vollmond im Chancenraum in Dortmund zu Wort:



Das hat Dortmund gerade noch gefehlt... da kommt einer bei Vollmond und vollführt einen Gedankentanz. Was kann da der erste Gedanke nur sein? «Hoffentlich ist er nicht nackt!»

Aus dem Ankündigungstext kann man das nicht ersehen. Ein Romantiker? Womöglich ist er ein frisch entlaufener Demeterliterat aus der Novalis-Hochschule!



Wähnt sich im Labyrinth und versucht dem mit Hilfe des Ariadnefadens zu entkommen. Der Fehler: er hat den Ariadnefaden zerschnitten, zerstückelt, geschüttelt und gerührt, besprüht und weggeschmissen und operiert nur noch mit der Ariadne in homöopathischen Dosen.

Ich würde mir das ja live und in Präsenz anschauen, Medien verfälschen doch alles! Aber es gibt natürlich auch einen Livestream dazu auf Facebook:

https://www.facebook.com/watch/ChancenRaum103

Aber es wird auch eine Tortenschlacht erwartet. Oder?

 24. März 2022, Mit großem Interesse und Engagement recherchiere ich im Netz für die kulturphilosophischen Gedankengänge, die sich vom Labyrinth als Bild losgesagt und sich unter Gedankenstrichen zu sammeln begonnen haben. Immer wieder hatte ich Anläufe genommen, zu formulieren, was mich im Schreiben bewegt und was ich für allgemein bedeutsam und grundsätzlich halte - was also philosophischer Natur sein könnte.

"Grundsätzlich" bedeutet oft aber auch, dass Dinge unter dem Radar des Bewusstseins bleiben.

Ich schreibe und schreibe, springe hin und her, argumentiere und fabuliere und verliere den Trieb aus den Augen, der mich schreiben lässt. Ich verliere nicht die Motivation; ich verliere die Substanz dieser Motivation aus dem Blick; sie verliert sich im Nebel oder verschwindet unbemerkt, weil unbeobachtet, am Horizont.

Mit Arbeitsjournalen, Tagebüchern, Blogs, Kommentaren, Randnotizen kurzum: schreibend versuche ich alles sichtbar zu machen, was sich gerne unsichtbar macht, um besser wirken und, wie ich befürchte, mich an der Nase herumführen zu können. Da kommt eine Frage aus der Außenwelt in das einsame Spiel:

«Bist du besser darin, dich selbst erfolgreich hinters Licht zu führen oder dich dabei zu erwischen?»

Im Gedankenstrich 28 versuche ich eine Antwort darauf...

Aber eine These findet noch gar keine Unterkunft im Text: So wie Subjekt und Objekt untrennbar zusammengehören, gehören auch Kultur- und Naturphilosophie zusammen, wenn Subjekt und Objekt ins Abstrakte und Allgemeine verlängert werden.

 « Der Hardenberg-Bericht beginnt mit dem Satz «Scheherezade war eine dumme Kuh!», brummt Niklas Hardenberg.
Demnächst mehr im Hardenberg-Blog...»
 « Blindtexte annähernd nach der Methode der écriture automatique verfasst, sind Gedankenimprovisationen. Vielleicht so etwas wie die Postdramatik der Philosophie. Lose Gedankenskizzen, die in der Spontaneität ein Rhizomgeflecht entwickeln, das sich auch in die Tiefe ausbreiten kann.»
 « Das Nachrichten-Archiv von Oktober 2002 bis Januar 2020 befindet sich hier»
 « Ein verblassendes Schreckgespenst liegt hinter mir und wird im Rückspiegel immer kleiner, während ich ihm davonfahre. »
 « Blindtext - écriture automatique - Ergebnis 1 • 10. Januar 2021»

Friedhof der toten Links

 « Der Friedhof ist für viele Gräber angelegt, wie die meisten Friedhöfe dieser Welt. • Im Moment sind drei Gräber belegt.»

Die Gräber sind zu öffnen und Leichen und Gerippe guter alter Ideen zu finden - sie können seziert werden und obduziert: und was wird dabei herauskommen? Die Toderursache ist Vergiftung durch das Gift des Zweifels.

Kurz: Tod durch Zweifel: TdZ !
 
 
Uri Bülbül
Literat und freier Philosoph
•c/o KulturAkademie-Ruhr • Girardetstraße 8 • 45131 Essen